
Mitte Mai besuchten Ortsheimatpflegerin Dr. Christine Heinz und Museumsleiter Dietrich Maurer die von der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz organisierte Fachtagung „Sehnsucht Pompeji“ in der Villa Ludwigshöhe in Edenkoben.
Dieses Schloss lies König Ludwig I. von Bayern als Sommersitz ab 1846 errichten. Viele Räume sind dort mit pompejanischer Malerei ausgestattet, unter anderem auch der Speisesaal, der – wie in Ismaning – schwebende Figuren zeigt.
Dr. Heinz stellte dem Fachpublikum die Ismaninger Säle vor, dabei zeigte sich, dass diese den Vergleich mit anderen Liegenschaften nicht scheuen müssen. Durch die Vorträge weiterer Referentinnen und Referenten ergaben sich wertvolle Hinweise zur konkreten Maltechnik. So konnte im Nachgang der Tagung auch in Ismaning der Einsatz von Schablonen an einigen Stellen belegt werden. Sehr interessant war zu sehen, dass diese auch im Herrnsheimer Schloss bei Worms zum Einsatz kamen. Zudem haben einige Herrnsheimer Figuren eine frappierende Ähnlichkeit mit Figuren aus Ismaning.
Die Malereien im Schloss bei Worms sind von Anton Strauß geschaffen worden, der 1838 auch in der Münchener Pinakothek tätig war. Möglicherweise war er vor seiner Tätigkeit in Rheinhessen in Ismaning engagiert. Bisher ist dies leider nicht durch Quellen belegbar, aber der kunsthistorische Vergleich legt dies zumindest nahe. Die „Herrnsheimer Spur“ wird sicherlich zukünftig weiter zu verfolgen sein.
Foto: Dietrich Maurer und Dr. Christine Heinz im Speisesaal der Villa Ludwigshöhe. Die Malerei entstand erst im Jahr 1899; Schlossmuseum