Im Wandel der Zeit

Im Wandel der Zeit 2017-04-12T10:38:26+00:00

Im Wandel der Zeit

Ismaning im 21. Jahrhundert

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert sich das sog. “Krautdorf” am Rande des Erdinger Mooses in seinem Erscheinungsbild und in seiner inneren Struktur sehr stark. Spiegelbild dieser Umwandlung ist die Zunahme der Bevölkerung seit dem 2. Weltkrieg: Hat der Ort vor dem Krieg ca. 3.000 Einwohner, so steigt die Zahl gegen 1950 – vor allem wegen der 1.100 Heimatvertriebenen – auf ungefähr 5.000 an und verdoppelt sich in den nächsten 20 Jahren. Die 10.000er-Grenze wird überschritten. Heute leben in Ismaning rund 17.100 Einwohner.

Die Gründe für dieses Wachstum sind vielfältig. Einer davon ist sicher die Nähe von München und die damit verbundene hervorragende Verkehrslage. In 24 Minuten fährt die S-Bahn zum Marienplatz, in noch kürzerer Zeit zum Flughafen München II. Zudem bestehen Busverbindungen zum U-Bahnhof Studentenstadt im Norden Münchens und in die Nachbargemeinden. Die Salzburger und Nürnberger Autobahn sind ebenfalls von Ismaning aus in wenigen Minuten erreichbar.

Die Entwicklung in der Landwirtschaft

Ismaning ist bis ins 20. Jahrhundert fast ein reines Bauerndorf, dessen Haupteinnahmequelle der Krautanbau ist, der seit Jahrhunderten die Ortschaft weitum bekannt gemacht hatte. Grundlage dieses Anbaus war der sog. “Alm”, ein kalkreicher Boden. In den Herbstwochen waren die hochaufgerichteten Krautfuder die Wahrzeichen des Dorfes gewesen; heute sind sie fast ganz verschwunden.

Die Strukturveränderung in der deutschen Landwirtschaft geht auch an Ismaning nicht spurlos vorüber. Zählt man 1914 noch ca. 150 Höfe, so ist die Zahl heute auf die Hälfte zurückgegangen. Die Stadtnähe schafft allerdings manchen wirtschaftlichen Vorteil für die gut 70 Bauernhöfe; auch haben sich neue Vermarktungsformen bewährt wie der Direktverkauf ab Hof (Einkaufen). Und nach wie vor wird der Ortskern geprägt von den stattlichen Bauernhäusern, deren großartiger sommerlicher Blumenschmuck zu den Ismaninger Besonderheiten zählt.

Die Entwicklung im Gewerbewesen

Steht bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts das Gewerbe noch weitgehend in Beziehung zur Landwirtschaft, getragen von mittleren Familienbetrieben, so hat sich im Laufe der letzten Zeit eine Vielzahl von zukunftsorientierten Betrieben angesiedelt, die nun das gewerbliche Rückgrat der Gemeinde bilden, deren Steuereinkommen erheblich verbessern und vielen Ismaningern einen Arbeitsplatz bieten können. Dass diese Betriebe ohne Beeinträchtigung der Umwelt arbeiten und auch von der Architektur her sehr ansprechend sind, ist besonders positiv an dieser Entwicklung.

So haben sich im Gewerbegebiet “Osterfeld” nordöstlich der Gemeinde, unweit der Garchinger Kreuzung, hochtechnische, oft weltweit agierende Firmen, z.B. aus der Computerbranche oder dem Handel, niedergelassen. Zukunftsorientiert ist auch der AGROB Medien- und Gewerbepark, der sich südlich des Ortes, auf dem Gelände der alten AGROB-Ziegelei, insbesondere für die Bereiche Rundfunk und Fernsehen, entwickelt hat. Dass dabei das mittelständische Gewerbe und Handwerk nicht zu kurz kommt, beweist die gesunde Struktur im Ort.