Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat das russische Regime die ideologische Indoktrination an Schulen drastisch verschärft. Lehrkräfte wurden flächendeckend verpflichtet, patriotische Pflichtveranstaltungen zu organisieren und die Linientreue der Kinder zu dokumentieren. Pawel „Pasha“ Talankin, ein junger Lehrer in der vom Bergbau geprägten Ural-Kleinstadt Karabasch, erhält den offiziellen Auftrag, die verordneten Propaganda-Aktionen an seiner Schule filmisch festzuhalten – und nutzt genau dieses Werkzeug heimlich, um das System der Manipulation von innen heraus unzensiert zu entlarven.
Unter der Regie von David Borenstein mit Talankin selbst entstand daraus der Dokumentarfilm „Ein Nobody gegen Putin“, ein aufrüttelndes Zeitdokument. Talankin lebt mittlerweile im Exil. Sein Film feierte beim renommierten Sundance Film Festival Weltpremiere, wurde dort mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet und gewann schließlich den Oscar als bester Dokumentarfilm.
Im Anschluss an die Filmvorführung steht der Russland-Kenner Julian Hans für ein Gespräch über das Leben in Russland unter Putin zur Verfügung und beantwortet Fragen zum Filmstoff. Der frühere Moskau-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung hat 2024 in seinem Buch „Kinder der Gewalt“ ein erschütterndes Psychogramm der russischen Zivilgesellschaft erstellt. Ende 2026 erscheint sein neues Werk über die Eliten und Stützen des Regimes.
Der Film wird der vhs vom ZDF (@zdf.de) für diesen Abend zur Verfügung gestellt.
Kursnr.: E1143K

