Naturschutz

Naturschutz 2017-04-12T12:46:20+00:00

Naturschutz

Natur

Die angelegten Pflanz-, Ausgleichs- und Ökokontofläche betragen derzeit insgesamt ca. 30 ha, innerhalb der landwirtschaftlichen Flur existieren ohne Isarau ca. 300 ha Kleinstrukturen wie z. B. Einzelbäume, Feldgehölze und Gehölzsäume entlang unserer ca. 35 km Fließgewässer. Ismaning wird auch innerörtlich durch viele Grünstrukturen geprägt. Fragen zum Natur- und Artenschutz beantwortet Ihnen gerne das Sachgebiet Umweltschutz 089/960 900 – 193 und -194

Soll ein Baum im Privatgrundstück entfernt werden, kann ein Baumexperte beratend hinzugezogen werden. Falls dieser hinsichtlich Stand- oder Bruchsicherheit kein gesichertes Urteil abgeben kann, besteht die Möglichkeit, einen Baumgutachter einzuschalten (siehe Branchenbuch Baumpfleger/Baumgutachter).

Der Baumeigentümer richtet einen schriftlichen, formlosen Fällantrag an die Gemeinde Ismaning, Sachgebiet Gartenbau und Forst.

Nach Inaugenscheinnahme, baumfachlicher Bewertung und auf der rechtlichen Grundlage von Bebauungsplänen, Freiflächengestaltungsplänen oder der Ortssatzung wird eine Bewertung vorgenommen und dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt.

Erst nach Vorliegen einer Gestattung darf die Fällung vorgenommen werden!

Gerade in dicht besiedelten Gebieten sind private Gärten die letzten Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen. Besonders Vögel sind in der Zeit zwischen 1. März und 30. September zur Aufzucht ihrer Jungen auf Hecken, Sträucher und Bäume angewiesen. Denn nur wenn sie ungestört bleiben, haben Vögel oder auch Schmetterlinge eine Chance zu überleben. Wenn Sie also der wachsenden Natur in Ihrem Garten in größerem Rahmen Einhalt gebieten wollen, warten Sie bitte bis zum nächsten Herbst und Winter.

Gesetzlich ist dies in § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG geregelt. Demnach ist es grundsätzlich verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Dies gilt unabhängig von Standort und Größe. Einige wenige Ausnahmetatbestände sind im Gesetz geregelt. Eine Ausnahme stellt z.B. ein schonender und fachgerechter Form- und Pflegeschnitt dar. Ob es sich jedoch bei Ihrer geplanten Maßnahme um eine der möglichen Ausnahmen handelt, sollten Sie zu Ihrer eigenen Absicherung zuvor mit dem Landratsamt abstimmen. Kontakt: Landratsamt München, Sachgebiet 6.3 Naturschutz, Forstrecht und Landwirtschaftsrecht, Frankenthaler Str. 5 – 9, 81539 München, Telefon 62 21–2637/-2688/-2367, Fax 62 21–22 15, E-Mail: naturschutz@lra-m.bayern.de. Liegt keine Ausnahme vor und die Maßnahme wurde dennoch durchgeführt, kann das Landratsamt ein Bußgeld verhängen.

Angesichts der Freude, die Vögel, Schmetterlinge und andere Tiere im eigenen Garten bereiten, sollte das nicht schwerfallen. Bedenken Sie auch, dass eine reichhaltige Flora und Fauna einen ökologischen Gewinn, nicht nur für die Umwelt allgemein, sondern auch für Ihren eigenen Garten bedeutet. Vögel fressen Raupen von Schädlingen, Igel vertilgen Schnecken und alle zusammen sorgen dafür, dass das Gleichgewicht in Ihrem Garten intakt bleibt.

Mit folgenden Tipps können Sie Ihren Garten naturnah gestalten:

Arbeiten Sie mit den Gesetzen der Natur:

  • Wenn Sie möglichst robuste heimische Pflanzenarten verwenden, erübrigt sich meist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
  • Düngen Sie nur gezielt und dann möglichst organisch, z. B. mit Kompost

Machen Sie ihren Garten bewusst zum Wohnraum für Wildtiere:

  • Hängen Sie Nistkästen für Vögel auf.
  • Schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse.
  • Pflanzen Sie möglichst Blütenstauden oder Gehölze mit ungefüllten Blüten. Sie bieten Nektar, Pollen, Früchte und damit Nahrung für Bienen, Hummeln und Vögel.
  • Trockenmauern, Steinhaufen und Baumstümpfe sonnenexponiert angelegt, bieten vielen Wildpflanzen und Wildtieren Lebensraum.
  • Blumentöpfe mit Holzwolle oder Heu ausgelegt und in den Obstbäumen aufgehängt, bieten Ohrwürmern, den Fressfeinden der Blattläuse, Schlafraum bei Tag.
  • Alte Bäume – je älter desto wertvoller – sind von besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt. Selbst bereits abgestorbene und morsche Bäume bieten Lebensraum für spezialisierte Insekten oder Höhlen als Quartier für Fledermäuse.
  • Holz im Garten sollte unbehandelt bleiben. Verwittertes Holz ist Baumaterial für zum Beispiel Hornissennester sowie wertvoller Lebensraum für Flechten und Insekten.

Zu den regelmäßigen Arbeiten gehören in der Herbst- und Winterzeit die Neubeschaffung, Reparatur, Reinigung und Kontrolle der ca. 240 Nistkästen. Herr Weiss aus Ismaning und Herr Schmid aus München führen diese Arbeiten seit einigen Jahren mit großem persönlichen Einsatz durch.

Gerne stellt die Gemeinde hierzu sämtliches Material – von Alunägeln bis hin zum Hubwagen – zur Verfügung.

Für die Brutsaison 2011 liegen uns nun wieder konkrete Daten über die Belegung vor. Von 244 Nistkästen waren etwas über 100 Kästen von Kohlmeisen belegt. Sie profitieren am stärksten durch das Nistkastenangebot, sie sind anpassungsfähig und gegenüber anderen Vögeln häufig dominant in ihrem Revierverhalten und sind daher in der Lage auch Nistkästen für sich zu beanspruchen, die für andere Arten gedacht waren. Kleineren Meisen bieten wir daher Nistkästen mit kleineren Einfluglöchern an, so dass die Kohlmeisen diese Kästen nicht belegen können. Immerhin konnten wir 21 Bruten von unterschiedlichen Kleinmeisen auffinden. Kleiber geraten leider im Revierkampf leicht ins Hintertreffen, so freuen wir uns sehr über 8 Kleiberbrutplätze.  Die gesellig lebenden Spatzen nehmen das Nistkastenangebot an Gebäuden gerne an, vorausgesetzt die Dichte der Nistkästen ermöglicht es den Spatzen, in einer kleinen Kolonie zu leben. Unsere Falken- und Wasseramselkästen sind ebenfalls belegt gewesen.

Natürlich werden die Nistkästen nicht  nur von den “beabsichtigten” Zielarten angenommen, sondern z. T. durch Waldmäuse oder auch Wildbienen und Hummeln  “zweckentfremdet”, selbstverständlich haben diese Tiere ebenfalls ihre Berechtigung und dürfen hier gerne ungestört verbleiben.

Die Winterfütterung bietet den Vögeln zwar einen gewissen Ausgleich für das im Bereich menschlicher Siedlungen stark eingeschränkte natürliche Nahrungsangebot und verhindert damit in strengen Wintern übermäßig hohe Verluste, die Zufütterung kann trotzdem kein Ersatz für zerstörte Lebensräume sein.

Besser ist es, Nischen im Siedlungsraum zu belassen, so dass sich wieder ein natürliches Nahrungsangebot für die Vögel einstellen kann. Heimische Pflanzen bieten mit ihren Beeren, Sämereien und Lebensräumen für Kleintiere mehr Nahrung als Exoten. Lassen Sie einen Teil der Pflanzen auch den Winter über stehen.

Die Winterfütterung der Vögel leistet keinen Beitrag zur Erhaltung der Arten oder zur Vermehrung der Bestände!

Bei den von der allgemeinen Winterfütterung betroffenen Vögeln handelt es sich durchweg um häufige Arten, die nicht in ihrem Bestand bedroht sind, während alle wirklich gefährdeten Vogelarten zu den Zugvögeln gehören. Gerade weil die Standvögel dem Winter als hartem Auslesefaktor ausgesetzt sind, liegt ihre Vermehrungsrate im allgemeinen höher als bei den Zugvögeln. Die Standvögel brüten (im Gegensatz zu den Zugvögeln) in der Regel zwei- bis dreimal jährlich große Gelege aus. Bei geringer Wintersterblichkeit reagieren sie auf die erhöhte Bestandsdichte im nächsten Jahr mit geringeren Gelegegrößen.

Wollen Sie trotzdem nicht auf eine Fütterung verzichten, bitten wir Sie, Folgendes zu beachten:

Futterauswahl: Bitte auf keinen Fall salzhaltige Nahrung, reines Fett oder  kleingeschnittenes Obst. Dies kann Darmentzündungen verursachen. Brot- und Kuchenkrümel sind Nährboden für Bakterien, die zu gefährlichen Gärungsprozessen im Darm führen!

Hygiene: Mangelnde Hygiene am Futterplatz kann zum Ausbruch von Seuchen führen, denen mehr Vögel zum Opfer fallen als der Wirkung von Hunger und Kälte. Dies ist auch im Sinne anderer Tiere, welche dieses Futter irrtümlich aufnehmen.

Zeitpunkt: Grundsätzlich soll nur bei ausgesprochen strengen Wetterlagen, d. h. bei Tagestemperaturen unter -5C oder wenn die Futtersuche durch Raureif, Eis und Schnee stark behindert ist, und nur während der Wintermonate, von Anfang November bis Mitte März, gefüttert werden.

Fütterungsstandort: Achten Sie bitte auch auf eine optimale Auswahl, nicht selten werden Vögel Opfer von Katzen. Futter welches in Fensternähe angeboten wird kann ebenfalls Opfer unter den kleinen Gästen verursachen. Spiegelnde Oberflächen erkennen die Vögel nicht als Hindernis. Fliegen sie dagegen, endet dies häufig mit einem Genickbruch.

Nachgewiesen ist, dass durch verstärkte Fütterung, Enten und Schwäne angelockt werden und deren Zahl unnatürlich zunimmt. Diese stellen dann keine gesunden Wildbestände mehr dar. Bekannt ist auch, dass durch ein Übermaß an Futter Ratten angelockt werden und sich vermehren.
Wir bitten Sie ebenso von einer Fütterung der Tauben abzusehen, da sich auch ihr Bestand bei einem hohen Futterangebot unnatürlich vermehren kann.
Es gibt zwei Typen von Jungvögeln – Nesthocker und Nestflüchter. Letzteres sind z. B. alle Hühner- und Entenvögel. Wenn diese aus dem Ei schlüpfen, sind sie bereits mit Dunen ausgestattet und haben offene Augen. Nach 1 – 2 Tagen verlassen sie – unter Aufsicht der Altvögel – zur selbständigen Nahrungssuche das Nest.

Die meisten anderen Vögel sind Nesthocker, d. h. sie sind anfangs blind und nackt. Eine selbständige Futtersuche ist daher nicht möglich. Bis zur vollständigen Ausprägung des Federkleides bleiben sie daher im Nest und werden von den Altvögeln mit Futter versorgt. Viele dieser Jungvögel verlassen ihr Nest, bevor sie voll flugfähig sind, sie bleiben jedoch in Nestnähe und stehen in Rufkontakt mit den Altvögeln, die ihre Jungtiere noch mit Futter versorgen und vor Gefahren warnen. Bitte nehmen Sie daher diese scheinbar hilflosen und verwaisten Jungvögel nicht mit.

Und noch etwas: Bitte beachten Sie, dass Jungvögel nur leicht verdauliches tierisches Eiweiß wie z. B. Fliegen, Räupchen usw. verwerten können. Den gestressten Vogeleltern Körnerfutter während der Jungenaufzucht anzubieten ist daher zu unterlassen, da diese natürlich der Einfachheit halber dieses an die Jungvögel verfüttern würden, was meist mit dem Tod der Jungvögel endet.

Nester und Jungvögel vor natürlichen Eierdieben und Nesträubern (Eichhörnchen, Elstern usw.) zu schützen ist nicht möglich.

Bereits ab Mitte März kann man die gesellig lebenden Feuerwanzen beobachten. Im Frühjahr fallen die Tiere durch die lebhafte rot-schwarze Färbung besonders auf, da sie vielerorts die ersten „Farbtupfer“ auf der noch spärlich bewachsenen Erde darstellen.

Sorgen über mögliche Schäden sind unbegründet. Die Feuerwanzen ernähren sich zwar überwiegend von Pflanzensäften, doch ihre bevorzugte Nahrung sind abgefallene Pflanzenteile. Lebende Pflanzen haben teilweise Abwehrmechanismen entwickelt. Manchmal ernähren sich die Feuerwanzen auch von anderen Insekten, Insekteneiern oder toten Insekten.

Die Feuerwanzen gehören zu den Landwanzen und können bis zu 12 mm lang werden. Färbung und Zeichnung können je nach den äußeren Lebensbedingungen stark variieren. Fressfeinde wie Vögel lernen die Wanzen aufgrund ihres Sekrets, welches sie aus Drüsen absondern können, zu meiden, denn die Feuerwanzen tragen ihre Ungenießbarkeit deutlich sichtbar zur Schau – die rot-schwarze Färbung ist eine sog. Warntracht.

Tiere die in Winterstarre gefallen sind, wie z. B. Frösche und Kröten erwachen nach und nach. Grasfrösche sind meistens die ersten Amphibien die laichen. Die Wanderungen der Erdkröten setzt mit dem ersten warmen Regen ein. Auf ihren traditionellen Wegen haben sie dabei auch vielbefahrene Straßen zu überqueren. Besonders an feuchten, warmen Abenden ist unmittelbar nach dem Einsetzen der Dunkelheit mit Massenwanderungen zu rechnen. Achten Sie deshalb auf die Warnschilder mit dem Zeichen Schleudergefahr und der Krötenabbildung und passen Sie entsprechend Ihr Tempo an. Nehmen Sie Rücksicht auf die Amphibien, um die vom Aussterben bedrohten Tiere zu schützen.

Richtige Winterschläfer, wie Igel oder Fledermäuse, erscheinen dann, wenn sie genügend Nahrung finden können. Vom Winter geschwächte Fledermäuse können u. U. schon im Februar oder März erwachen und aus den Quartieren herabfallen. Sie liegen dann hilflos am Boden. Gerne können Sie uns in einem solchen Fall informieren damit die Fledermaus von Fachleuten ggf. gesund gepflegt werden kann.

Dachs, Eichhörnchen u. a. haben die kalte Jahreszeit mit Winterruhe verbracht. Die Winterruhe ist nicht mit Winterschlaf zu verwechseln, bei dem die Körpertemperatur und die Herzschlagfrequenz deutlich gesenkt wird. Tiere in Winterruhe erwachen mehrmals im Winter, um Nahrung aufzunehmen.

Winterzeit ist eine kräftezehrende Zeit für die Wildtiere, nehmen Sie daher Rücksicht auf die Tiere und vermeiden Sie unnötige Störungen. Übrigens stehen viele Tiere z. B. auch die Fledermäuse unter Artenschutz. Verboten ist u. a. die Tiere zu verletzen oder zu töten.

In unseren Gewässern finden sich zur Amphibienlaichzeit ab Februar Laichballen und Laichschnüre. Die Entwicklung des Laichs zur Kaulquappe und die anschließende Verwandlung zum Frosch, zur Kröte oder zum Molch ist eine spannende Sache!

Nachdem die Entwicklung vom Laich zum „fertigen“ Tier, insbesondere Kinder sehr fasziniert, sind einige dazu geneigt, Laich aus Gewässern zu fischen und diesen dann zu Hause in Aquarien oder anderen Wasserbecken zu halten. Für die Tiere bedeutet dies meist den Tod, da häufig die richtige Nahrung fehlt, die Temperaturverhältnisse und andere lebenswichtige Bedingungen nicht ausreichend nachgeahmt werden können. Eine weitere häufige Todesursache der Tiere ist auch die Erstickung, da die erwachsenen Tiere Lungenatmer und keine Kiemenatmer mehr wie die Kaulquappen sind.

Zudem ist der Fang von wildlebenden Tieren und deren Entwicklungsstadien gesetzlich verboten. Eine behutsame Beobachtung vom Gewässerrand ist nicht nur tierschonend, sondern bietet auch noch viele andere Überraschungen!

Dem kleinen stacheligen Gesellen bringen wir Menschen viel Zuneigung entgegen, obwohl er alles andere als ein Kuscheltier ist. Seine Lebensweise und sein erstaunliches Verhalten gegenüber Störungen und Feinden bringen ihm jedoch viele Sympathien ein.

Der Igel bevorzugt Wiesenflächen mit lockerem Baum- und Buschbestand, „unordentliche“ Ecken, Holzstapel und Scheunen werden gerne als Schlaf- und Nistplätze angenommen. In der Dämmerung und Nachts sucht der Igel nach Bodeninsekten, Regenwürmern und Schnecken. Gelegentlich frisst er auch Eier, Mäuse, Beeren und Früchte.

In den Sommermonaten kommen pro Wurf 4 – 5 Junge zur Welt, im Herbst erfolgt manchmal ein zweiter Wurf. Die natürliche Sterblichkeitsrate liegt bei ca. 70 – 80 %.

Ab Oktober/November suchen sich die Igel ein ruhiges Plätzchen zum Überwintern. Vor Kälte und Feuchtigkeit schützen sich die Igel, in dem sie ihr Nest in einer trockenen Erdmulde anlegen und diese mit Schichten aus Laub und Gras auspolstern. Während der Ruhephase fressen die Igel nichts. Erst im April/Mai tauchen die Igel langsam wieder auf, allerdings kehren sie bei Schlechtwettereinbrüchen z. T. auch wieder in ihre Quartiere zurück.

Eine akute Gefährdung des Igels ist derzeit in Bayern noch nicht der Fall, allerdings wird auch sein Lebensraum durch flächendeckende Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft zunehmend eingeengt, so dass die Igelpopulationen immer mehr auf „Inseln“ zurückgedrängt werden. Jeder kann mit den richtigen Methoden dazu beitragen, dass dies auch so bleibt.

Was können Sie also zum aktiven Igelschutz beitragen?

Zum einen können Sie natürlich in Ihrem Garten Igellebensräume anbieten. Lassen Sie das Laub wenn möglich unter Bäumen und Sträuchern liegen, verwenden Sie keine Umweltgifte in Ihrem Garten, und verwenden Sie – für Wildtiere – durchgängige Gartenbegrenzungen.  Achten Sie darauf, dass Kellerschächte und andere „Fallen“ (Gartenteich) mit Kletterhilfen ausgestattet sind. Fahren Sie Auto? Dann achten Sie doch bitte während der Dämmerung und nachts auf Igel, welche die Fahrbahn überqueren wollen.

Wie sinnvoll ist es, verletzte oder untergewichtige Igel im Herbst in menschliche Obhut zu nehmen?

Die Pflege von Igeln erfordert Zeit, Platz und viel Erfahrung und auch dann stellt sich nicht immer ein Erfolg ein. Besser ist es, solche Igel in sogenannte „Auffangstationen“ zu bringen. Ist dies nicht möglich, informieren Sie sich beim Tierarzt, welche Nahrung und Pflege für Ihren Schützling wichtig ist.

Igel sollten nicht vor November aufgenommen werden und dann auch nur, wenn sie deutlich unter 400 Gramm wiegen. Da der Igel zu den besonders geschützten Tierarten zählt, sind aufgenommene Tiere laut Naturschutzgesetzt nach dem Gesundpflegen unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen

In den meisten Blumenerden ist ca. 90 % Torf enthalten. Vom gesamten Torfabbau entfallen auf Erden für den Erwerbsgartenbau 60 %, für die Hobbygärtner 25 % und für den industriellen Bereich (Brennstoff bzw. therapeutische Zwecke) 15 %. Der Torf stammt derzeit größtenteils aus dem Baltikum. In Europa sind durch die menschliche Aktivität bereits 60 % der Moore vernichtet. Die verbliebenen kleinen Restflächen sind durch Entwässerung für landwirtschaftliche Nutzung, flächendeckender Nährstoffeintrag sowie Freizeitnutzung gefährdet. Die Folgen des Torfabbaus sind vielfältig. Nicht nur der sehr charakteristische Lebensraum für Tiere und Pflanzen verschwindet, sondern auch ein Stück Identität Europas. Moore zählen zur nacheiszeitlichen Urlandschaft Europas und sind über Jahrtausende gewachsene, hochsensible Lebensräume (pro Jahr wächst nur eine ca. 1 mm dicke Torfschicht). Eine Renaturierung ist zwar grds. möglich, erfordert aber viele Jahrzehnte bis sich der Wasser- und Nährstoffhaushalt wieder einstellt. Erst dann können einzelne Arten – sofern noch vorhanden – zurückwandern, um dann wieder über Jahrhunderte Torfschichten aufzubauen. Allerdings ist es zweifelhaft, ob in allen Ländern Europas eine Renaturierung durchgeführt wird.

Torf wird zur Bodenverbesserung eingesetzt, obwohl Nährstoffgehalt und pH-Wert sehr niedrig sind und die biologische Aktivität des Bodens eher gering ist. Torf kann vollständig und sogar weit besser durch Holzfasermaterial, hochwertigen Rinden- und Grüngutkompost ersetzt werden. Diese haben sowohl einen günstigeren Nährstoffgehalt, als auch pH-Wert. Auch die biologische Aktivität ist höher und die Krümelstruktur des Bodens wird stabilisiert. Die Eigenschaft des Torfes, Wasser gut zu speichern kann durch kein anderes Material, wohl aber durch geändertes Gießverhalten ersetzt werden.